Hausarbeits-Anfrage

Ich hab jetzt über eine Woche hin und her überlegt, ob ich über meine erste Präsenzveranstaltung („KMM Kompakt“ in Bocholt) gleich eine Hausarbeit schreiben soll. Nachdem es ja eher ein Einführungsveranstaltung war, gibt es für mich bisher noch kein Thema, dass sich so direkt anbietet. Aber Hr. Prof. Dr. Loock hat ja gesagt, man könne sich auch von ihm Themen vorschlagen lassen. Und genau das mache ich jetzt auch.

Gegen Mittag hab ich ihm eine E-Mail geschickt mit der Bitte um Themenvorschläge. Als Themen, die mich interessieren würden habe angeführt:

  • Bürgerschaftliches Engagement
  • Marktforschung
  • Zielgruppen und Zielpersonen
  • Kundenzufriedenheit / Blue-Print-Methode
  • Gemeinnützigkeit / gemeinnützige Vereine
  • e.V. allgemein
  • Stiftungen

Ich bin mal gespannt, was er mir dann für Hausarbeits-Themen vorschlägt. An sich freue ich mich schon richtig darauf meine erste Hausarbeit zu schreiben. Das mit der Facharbeit hat mir ja an sich auch Spaß gemacht. Ich muss nur aufpassen, dass ich die Sache nicht zu lange vor mir herschiebe. Aber jetzt heißt es erstmal warten auf die Themenvorschläge.

Am Anfang kommt das Recht

Nachdem ich letzte Woche pünktlich damit fertig geworden bin, den Studienordner zu lesen, kann ich jetzt richtig anfangen zu lernen. Ich hab mich entschieden, dass ich als erstes „Rechtliche Grundlagen im Kulturmanagement“ durchnehme. Das scheint mir am besten, da mir Recht nicht so liegt und ich dann gleich das schwerste hinter mir habe. Außerdem glaube ich, dass man Recht gut lernen kann, weil es gut strukturiert ist.

Beim Lernen geh ich erstmal so vor, dass ich die Studienbriefe zusammenfassend abschreibe. Wenn man die Sachen erstmal selber geschrieben hat, ist man schon einen großen Schritt weiter. Außerdem stößt man dabei meistens auf die Punkte, die einem noch nicht klar sind.

Studienordner “Kulturmanagement & Kulturpolitik”

Heute hab ich endlich den Studienbrief bzw. –ordner „Kulturmanagement & Kulturpolitik – Die Kunst, Kultur zu ermöglichen“ zu Ende gelesen. Es war nach wie vor anstrengend, weil man von einem Thema zum anderen springen muss. Da war „Rechtliche Grundlagen für Kulturmanager“ schon wesentlich angenehmer.

Im Ordner geht es um die Themen

- Kultur und Management

- Kultur und Politik

- Kultur und Recht

- Planung und Steuerung

- Organisation und Personal

- Finanzierung und Förderung

- Projekt- und Veranstaltungsmanagement

- Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

- Management spezial (z.B. Selbstmanagement)

- Best Practice (meist Praxisbeispiele)

Man kann also zusammenfassen: Es geht praktisch um alles was Kulturmanagement betrifft. In jedem Abschnitt gibt es dann 2-4 Artikel zum Thema, das macht die Sache ganzschön umfassend. Daher finde ich nicht, dass es so gut für eine Prüfung geeignet ist. Aber der neue Studienbrief aus dem Bereich „Politik und Gesellschaft“ ist leider immer noch nicht lieferbar. Da muss ich mich in nächster Zeit mal informieren, wann der endlich kommt.

“Ich kümmere mich umgehend um das Problem.”

Nachdem ich mir gestern einen Tag Ruhe gegönnt habe, war es heute an der Zeit mich mit der Museums-Verwaltung in Gronau in Verbindung zu setzen. Meiner Meinung nach ist das Museum – besonders, wenn es auf der eigenen Homepage keine ordentliche Anfahrtsbeschreibung gibt – dafür verantwortlich, was mir GoogleMaps für eine Adresse gibt. Und nachdem mich Google an den falschen Bahnhof hat anreisen lassen und mir somit einen Spaziergang von Epe nach Gronau eingebracht hat, muss sich jetzt auch jemand dafür verantworten.

Die Nummer von Frau Thünenkötter die beim Rock- und Pop-Museum für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, habe ich mir ja bei meinem Besuch schon geben lassen. Also konnte ich ohne Aufwand anrufen. Ich hatte sie auch gleich am Telefon. Offensichtlich wurde sie bereits darüber informiert, was am Samstag passiert ist.

Frau Thünenkötter war um keine Ausrede verlegen und fand auch nicht, dass das Museum dafür zuständig sei, welchen Weg eine Suchmaschine angibt. Ihr war das Problem bekannt, aber heutzutage komme ja eh jeder mit dem Auto und da sei das ja gar kein Problem. Man kann sich vorstellen, dass ich durch das Gespräch ziemlich schnell wieder meinen Wut-Pegel vom Samstag erreicht habe. Aber ich hab mich niocht aus der Ruhe bringen lassen. Immerhin wollte ich der Frau ja durchaus helfen, dass sie die Öffentlichkeitsarbeit des Museums korrigiert. Immerhin schädigt sie damit nicht nur den Ruf des Museums, sondern auch des Kulturberiebs an sich, der sowieso oft genug der Unfähigkeit bezichtigt wird. Nachdem ich ihr ausführlich dargestellt hatte, warum das doch ihr Problem ist, versprach sie sich umgehend um die Lösung des Problems zu bemühen. Und ich ihr, dass ich die Sache weiterhin verfolgen werde.

Ansonsten habe ich heute die Unterlagen, die ich bei der Veranstaltung am Freitag bekommen habe nachbearbeitet. Es waren ja einige Sachen, die wir nur kurz angesprochen haben, die man sich dann selbst erarbeiten sollte. Das habe ich also gemacht. Jetzt am Anfang des Studiums muss ich bei jeder neuen Sache einen Ordner anlegen. Das nervt mich, aber bald hat sich sicher alles eingespielt.

Das Rock- und Popmuseum Oder Wie man es lieber nicht machen sollte

Nachdem ich ja näher an Gronau dran war, als ich es wahrscheinlich in nächster Zeit je sein werde, hab ich für den Tag nach meiner Präsenzveranstaltung geplant ins Rock- und Pop-Museum zu gehen. Da kann man sich natürlich fragen, was das in meinem Studien-Blog zu suchen hat, aber ich finde schon, dass es da einen engeren Bezug gibt. Schließlich studiere ich ja Kultur- und Medienmanagement und vielleicht interessiert sich der ein oder andere ja auch für das Museum. Die Route von Bocholt nach Gronau hab ich mir schon vorher zurechtgelegt. Es hieß also um Viertel vor 7 aufstehen, schnell frühstücken und zur Bushaltestelle am Bahnhof zurück. Um halb 8 kam der Bus 51 nach Coesfeld. Ich war eigentlich ziemlich froh aus Bocholt weg zu kommen, aber mit dem Bummel-Bus hat’s ganz schön gedauert bis ich angekommen bin. Aber ich hab mir die Route ja genau so berechnet, dass ich dort bin, wenn das Museum um 10 Uhr öffnet, weil ich um am selben Tag nach Hause zukommen um halb 2 wieder in den Zug steigen musste.

In Coesfeld angekommen musste ich mir noch ein Zugticket besorgen und dann ging’s gleich weiter. Wie bei den Planungen erwähnt, habe ich bei GoogleMaps rausgefunden, dass es geschickter ist nach Epe(Westf.) zu fahren als direkt nach Gronau. Also bin ich dort um halb 10 angekommen und hatte sogar mal meine ausgedruckte Wegbeschreibung dabei. Laut Wegbeschreibung sind es zu Fuß 10 Minuten bis zum Museum. Also bin ich losgegangen und hab mich ein bisschen gewundert, dass das alles eher nach Wohngebiet aussieht, also nach der Umgebung in der normalerweise ein Museum steht. Aber was soll’s. Als ich allerdings dort angekommen bin, wo das Museum liegen sollte, war nichts zu sehen außer lauter Einfamilienhäusern. Da dachte ich mir, dass das Museum wohl nicht so toll wird, wie ich es mir vorgestellt habe und wahrscheinlich in einer kleinen Garage zu finden ist. Ich bin zwar der Wegbeschreibung gefolgt, aber der Udo-Lindenberg-Platz 1 war nicht zu finden. Genau genommen war da überhaupt kein Platz.

Zum Glück hab ich gleich jemand gefunden, den ich nach dem Rock- und Pop-Museum fragen konnte. Doch als ich das tat, hat mich der Mann erstmal unglaublich komisch angeschaut. „Das Museum?! Da müssen Sie ja ganz nach Gronau rein? Da sind Sie hier ja ganz falsch.“ Na toll, so was musste ja kommen. Wenn ich mal nen Plan hab, wie alles laufen soll, dann geht’s natürlich schief. Immer noch verdutzt hab ich zumindest nach der Richtung gefragt, in die ich muss und wie lang es ungefähr dauert, außer der Richtung konnte er mir allerdings nicht weiterhelfen. „Das ist ein ganz schönes Stück.“ Ein Stück weiter hab ich dann einen Postboten getroffen, der mir dann den Weg erklären konnte, aber laut ihm braucht man mindestens eine halbe Stunde. Aber eine Wahl hatte ich ja nicht, also ging’s weiter Richtung Gronau.

An dieser Stelle möchte ich nochmal anmerken, dass ich zwei Taschen dabei hatte, in denen ich unter anderem einen dicken Ordner mit mir rumgeschleppt habe. Nach Gronau ging’s erstmal fast ne halbe Stunde an einer Landstraße entlang. Unterwegs gab es zwar zwei Bushaltestellen, aber ich wusste ja nicht wohin ich genau muss, außerdem hätte ich auf den Bus mindestens 20 Minuten warten müssen und eigentlich wollte ich ja schon im Museum sein. Irgendwann bin ich dann in Gronau angekommen und hab mir nochmal die Richtung sagen lassen. Dann endlich kam ich beim Museum an. Davor ist eine sehr schöne Anlage mit künstlichen Kanälen. Alles wirklich schön gestaltet und ich hätte mich wohl darüber gefreut, wenn ich nicht schon über eine Stunde durch die Gegend gelaufen und somit unglaublich genervt gewesen wäre.

So geladen bin ich dann in das Museum und direkt zu der Dame am Empfang. In der Eingangshalle ist direkt auch ein Museums-Shop, der mich wahrscheinlich auch mehr gefreut hätte, wenn… Ach, egal.
Nun durfte sich also die Museumsangestellte meine Geschichte anhören und hat mir prompt bestätigt, dass ich da ja ganz falsch war. Was ich ja allerdings schon wusste. Natürlich konnte sie nichts dafür, aber ihre Reaktion hat die Sache nicht viel besser gemacht. Ich wollte jemand sprechen, der dafür verantwortlich ist, dass man im Internet eine falsche Adresse findet, aber da war natürlich am Samstag keiner da. Also durfte ich mich weiter mit der Frau am Empfang rumschlagen. Die erzählte mir dann noch, dass man beim Museum schon seit Monaten über dieses Problem Bescheid wisse und gab mir die Telefonnummer der Verantwortlichen in der Museums-Leitung. So sauer war ich wirklich schon lang nicht mehr. Da sieht man mal wieder wie gut Museen geführt werden und was man in der Öffentlichkeitsarbeit alles verkacken kann. Für mich eine Bestätigung, dass mein Studium Sinn macht, weil es in Kulturbetrieben einiges zu verbessern gibt.

Nachdem ich mich so aufgeregt hatte, durfte ich umsonst ins Museum. Aber die 5€ hätte ich gern gezahlt, wenn ich dadurch früher da gewesen wäre. Mittlerweile war es fast 11 Uhr und in 2 Stunden musste ich ja wieder los. Drinnen wurde ich dann von 2 Museumsangestellten begrüßt, die mich erstmal für den neuen Praktikant hielten. Warum auch immer. Nachdem ich das geklärt habe kriege ich einen Audio-Guide, mit dem man an einigen Stellen im Museum automatisch was erzählt kriegt und an anderen ne Nummer eingeben kann, um die gewünschten Tonaufnahmen zu hören.

Als ich anfangen wollte mir die Ausstellung anzuschaun, kam eine kurzhaarige Mitarbeiterin reingestürmt, der die Dame an der Kasse offensichtlich erzählt hat, dass und warum ich sauer bin. Sie konnte mich dann beraten, wie man die zwei Stunden, die ich noch hatte, sinnvoll auf die verschiedenen Abschnitte des Museums verteilen kann. Das war ziemlich hilfreich, da man sich im Museum natürlich ewig aufhalten kann und ich so zu nem Teil wahrscheinlich gar nicht erst gekommen wäre. Dann ließ ich mir noch ein Klemmbrett und Papier bringen, damit ich mir ein paar Sachen, die mich interessieren aufschreiben kann.

Im Erdgeschoss befindet sich die Wechselausstellung. Momentan ist das „On the Road“ mit Themen wie Biker, Trucker, Reisen als Lebensentwurf,… Diese besteht aus einem großen Raum, naja doch mehr aus einer Halle, die so weit ganz nett gestaltet ist. Der Raum dient auch als Konzerthalle für die Veranstaltungen, die es dort hin und wieder gibt. Am Kopf der Halle befindet sich eine große Bühne. Es finden sich im Ausstellungsraum einige große Exponate, wie etwa ein alter Band-Bully und einige Motorräder. Sonderlich gut ausgenutzt ist der Platz in der großen Halle allerdings nicht ein paar Sachen und Schautafeln sehen etwas verloren aus, aber gut. Lieber n paar tolle Sachen als viel Schund. Doch etwas mehr hätte es trotzdem sein können.

Als ich das erste Mal den Audio-Guide benutzen wollte, hat er nicht funktioniert, aber nachdem die Museumsmitarbeiter dazu neigten, mich in ein Gespräch zu verwickeln, hab ich das lieber ignoriert und mir keinen neuen geholt. Es gab ja sowieso viel zu sehen und zu lesen. Das Highlight im Erdgeschoss waren die Stationen in der Mitte des Raumes. Da konnte man sich auf eine Platte stellen und denn vor sich Schubladen aufziehen. Jede Schublade startet ein Lied bzw. einen Film auf nem Bildschirm direkt vor der Platte. In den Schubladen selber befinden sich jeweils Erklärungen, Songtexte oder sonstiges Material. Natürlich alles zum Thema „On the Road“. Außerdem gab es eine eigene Ecke über Bob Dylan, dass hat mich sehr gefreut. Allerdings standen dort eine Mutter und ihr Sohn neben mir, die sich trotz Audio-Guide unterhielten und das natürlich dementsprechend laut, damit sie sich überhaupt hören konnten. Grausam.

Ha, fast hätt’ ich’s vergessen. Das Beste war einer der Ausstellungsbetreuer. Ein relativ kleiner Mann, ich würde ihn so um die 50 schätzen, mit nen unglaublich langen schwarzen Pferdeschwanz und ner Baskenmütze. Man hätte schwören können, dass er der Bruder von Udo Lindenberg ist. Er hat auch genauso geredet und ich musste mich ständig bemühen, ihn zu verstehen. Wenn ihr jemals das Rock- und Pop-Museum besucht, schaut euch unbedingt diesen Mann an. Der war wirklich so cool, unglaublich nett und sehr kompetent.

Nachdem ich die Ausstellung im Erdgeschoss im zügigen Tempo angeschaut habe, ging’s auf nach oben. Dort befinden sich ein Balkon, von dem man die untere Halle überblicken kann und dann ein relativ kleiner Raum, der offensichtlich auch noch zur Wechselausstellung gehört. Zwar war der Raum nicht gerade liebevoll gestaltet, aber inhaltlich waren ein paar tolle Sachen zu sehen. Hier ging es hauptsächlich um Roadies. Man konnte ein Video von einem sehr komplexen Bühnen-Aufbau anschauen und viele Berichte von Roadies lesen. Es sind Roadie-Kleidung von bekannten Touren und deren Guide-Books ausgestellt. Außerdem wir in einer Ecke über die „Rock ’n’ Roll Laundry“ (www.rock-n-roll-laundry.com), eine Wäscherei, die sich auf Tourbegleitung und Großevents, wie Rock am Ring spezialisiert hat. Von denen hatte ich schon mal gehört, aber war trotzdem ganz interessant, auch wenn die Ecke in der es darum ging, ein bisschen aussah wie ein Schaufenster mit Werbung für die Firma.

Es gab auch noch einen zweiten Stock. Dort konnte man das komplette Studio der Band CAN aus den 70ern besichtigen. Doch nachdem bei mir die Zeit drängte und ich zugegebenermaßen, trotz Bass und E-Gitarre spielen, kaum Ahnung von Tontechnik hab, hab ich nur nen kurzen Blick reingeworfen und mich nicht näher damit beschäftigt. Ich war ja noch gar nicht in der Dauerausstellung im Keller. Auf dem weg dorthin fiel mir erst so richtig auf, wie leer es im ganzen Museum war. Immerhin war es ja ein Samstag und mittlerweile auch nicht mehr früh. Ich hatte schon erwartet, dass das Museum ganz gut besucht ist. Aber außer mir war vielleicht noch fünf oder sechs Leute im ganzen Museum! Hab neulich in einem Artikel gelesen, dass das Museum finanziell nicht s so gut darsteht und dass wurdert mich bei dem Andrang kaum. Aber ich war ja dort, um mir die Ausstellungen anzuschauen und nicht um über die Probleme des Museums nachzudenken.

Also ab nach unten. Auf dem Weg musste ich meinen Audio-Guide abgeben, der mir ja eh nichts gebracht hatte, weil er entweder kaputt war oder ich ihn einfach falsch bedient habe. Unten im Gang war erstmal eine Bildergalerie, die hauptsächlich aus Lindenberg-Aufnahmen bestand. Wen wundert’s. Außerdem steht dort ein Touch-Screen-Element bei dem man sich eingehend über alles – und ich meine wirklich über ALLES – was mit Udo Lindenberg zu hat informieren kann. Das fand ich schon ein bisschen krass. Ich meine, ich bin auch davon überzeugt, dass Lindenberg einer der prägendsten Musiker Deutschlands ist/war. Aber eben auch nuur einer davon. Aber natürlich sind ihm die Betreiber so etwas schuldig, nachdem er (soweit ich informiert bin) einiges an Geld in das Museum gesteckt hat und eifrig dafür wirbt. Aber immerhin wurde ja schon der Platz nach ihm benannt.

Egal. Unten hab ich dann auch wieder meinen Lieblings-Museumsbetreuer getroffen, der mich kurz in den Aufbau der Dauerausstellung einweihte. Der Kellerraum, war relativ niedrig (zumindest für ein Museum). Die Ausstellung war hauptsächlich an den Wänden angebracht. In der Mitte des Raumes standen noch ein paar andere Sachen rum, aber dazu später. Der Aufbau der Hauptausstellung entsprach einer Time-Line der Musikgeschichte und begann (abgesehen von einer Ecke über Klassik, die eher unmotiviert wirkte) mit Black Music. Was einem allerdings als erstes auffällt, wenn man den Ausstellungsraum betritt, ist der Klangbrei, der einem entgegen kommt. Es liefen in der Ausstellung sicher 30 Lieder gleichzeitig und das nicht, weil so viele Leute da waren, die sich etwas anhörten, sondern weil einige Klangbeispiel ständig laufen. Das führte zum Teil dazu, dass ich die Sachen, die ich mir gerade wirklich anhören wollte, nicht richtig hören und schon gar nicht genießen konnte. Das ist wirklich mein größter Kritikpunkt an diesem Museum. In einem Musik-Mueum sollte man doch wirklich dafür sorgen, dass man die Musik auch richtig hört.

Ansonsten ist die Dauerausstellung wesentlich dichter ausgestattet als „On the Road“. Vieles ist interaktiv: Schubladen zum Rausziehen mit Klangbeispielen, geschichtlichen Erläuterungen, Exponaten wie z.B. einer Querflöte von Ian Anderson (Jethro Tull); anderswo hingen Telefonhörer, die man abnehmen musste um Klangbeispiele zu hören und zu jedem Bereich eine Multimedia-Station mit Videos, Liedern, Texten,… zum selber auswählen (an jeder einzelnen hätte man Stunden verbringen können). Man hatte wirklich das Gefühl, dass die Ausstellung sehr liebevoll zusammengestellt und gestaltet ist. Außer natürlich das Problem mit dem Sound-Gemisch, dass mich ständig genervt hat.

Nachdem ich die Time-Line und die kleine E-Gitarren-Ausstellung in einer Ecke des Raumes durch hatte, ging’s an die verschiedenen Sachen in der Mitte des Raumes. Da war zunächst einmal eine Station, an der man die verschiedenen Effekt-Pedale erklärt bekommt, die es für die E-Gitarre gibt. Man hat Kopfhörer mit einem durchgehenden Gitarrenstück mit Begleitung, wenn man dann die Knöpfe drückt kann man Verzerrung, Flanger, Kompressor und alles andere durch Knopfdruck an- und ausschalten. Und das nicht nur separat sondern auch in Kombination. Das war wirklich unglaublich gut, denn man hat ja selten die Möglichkeit einfach so mit allen möglichen Effekten rumzuprobieren. Eine tolle Idee und wahrscheinlich nicht so aufwändig zu machen.

Daneben gibt es Felder auf denen man rumhauen kann und damit Schlagzeug-Klänge erzeugen. Das war ganz nett, aber nicht so beeindruckend, wie dass was dann kommen sollte.

Eine Art Klangglocke. Man muss sich das so vorstellen. Mitten im Raum ist etwas, dass aussieht wie eine riesige Schale, die von der Decke hängt und unter die man darunterschlüpfen kann. Das Ding ist so groß, dass problemlos 15 Leute reinkönnten. Aber wie erwähnt, war ich quasi allein im Museum. Drinnen sieht man dann, dass um einen herum lauter Boxen hängen. Zu hören gibt es zunächst einen leisen Herzschlag, der sich zunehmend steigert und von Musik umwoben wir. Aber erklären kann man das fast nicht. Auf jeden Fall empfehlenswert, dieses Klangteil.

Als letztes kam dann noch eine „musikalische Zeitreise“. Diese findet im separaten „Soundraum“ statt. Dieser besteht quasi nur aus Boxen und zwar aus unglaublich riesigen Boxen. Sogar der Boden war so ausgestattet, dass er die Bässe aussendet. Die Zeitreise war ganz gut und die Musik so laut, dass man gar nicht anders konnte als voll dabei zu sein. Eine ausgezeichnete Sache und ein guter Abschluss des Besuchs. Denn jetzt musste ich auch wirklich los, um noch irgendwie zum Zug zu kommen. Schließlich war ich ja jetzt an einem anderen Bahnhof als geplant. Für den Museums-Shop hatte ich daher leider keine Zeit mehr. Nur das Museums-Heft hab ich mir noch schnell gekauft.

Auf der Zugfahrt zurück ist dann einer meiner Verbindungszüge ersatzlos ausgefallen. Das hat mir einen zweistündigen Aufenthalt in Dülmen(!) beschert. Dabei ist mir dann aufgefallen, dass ich meine Notizen aus der Ausstellung im Museum vergessen hatte. Aber bei dem Tag war ja auch nichts anderes zu erwarten. Als ich dann endlich im ICE von Essen nach München gesessen bin, war ich unglaublich fertig und hatte keinen Nerv mehr meinen Studienbrief weiterzulesen. Zumindest hatte ich ein Sechserabteil ganz für mich.

Mittlerweile hatte ich Hunger. Das brachte mir die Erkenntnis ein, dass Subway-Sandwiches die bemerkenswerte Eigenschaft haben, ihre Verpackung restlos durchzuweichen und mir somit der Rest meines Abendessens vom Vorabend den kompletten Inhalt meiner Tasche versaut hat. Also mal wieder etwas fürs Leben gelernt: Wenn die Frau beim Subway sagt, dass man den Rest ja einpacken kann, glaubt ihr nicht!

Meine letzte Rettung für den Abend das Bord-Bistro der Bahn. Freudig stellte ich fest, dass die Pizza dort nicht wie erwartet sau teuer ist, sondern ganz erschwinglich. Als ich sie dann bekommen habe, wusste ich allerdings auch warum: Sie sind winzig. Das musste ich im Bild festhalten, damit’s mir jemand glaubt. Aber für mich war der Tag eh gelaufen.

Kurz vor Mitternacht bin ich heimgekommen und mein komischer Ausflug war endlich zu Ende.

(Nachdem man im Museum leider keine Fotos machen durfte, hab ich mich mal an den Pressebildern bedient.)

A night in Bocholt

Nachdem ich für den Abend nichts mehr zu tun hatte bin ich noch beim Bahnhofkiosk vorbei und hab mir ne Zeitschrift geholt. Da hab ich doch glatt Postkarten von Bocholt gefunden. Hätte nicht gedacht, dass es so was gibt. Hab ganz schön lang gebraucht, um mir eine auszusuchen, weil eine hässlicher war als die andere. Aber ich hab ja versprochen, dass ich der Mimi von jeder Veranstaltung eine Karte schreibe.

Dann ging’s dran mein Hotel für die zweite Nacht zu finden. Den Weg hatte ich noch ganz gut in Erinnerung, aber das dachte ich am ersten Abend ja auch. Zum Glück hab ich den „Zigeunerbaron“ auch wirklich ganz schnell gefunden. Das Zimmer war ganz nett, aber tatsächlich ganz im Zigeuner-Stil eingerichtet. Es gab nen Fernseher und mein Zimmer war offensichtlich ein Raucherzimmer. Für 50€ hätte es aber ruhig ein bisschen schöner sein können.

Trotzdem bin ich dann wieder losgezogen. Es gab Abendessen beim Subway und die Dame am Tresen hat es tatsächlich geschafft mir einzureden, dass ich lieber ein ganzes Baguette will, als nur ein halbes. Also hab ich brav ein ganzes gekauft, die Hälfte gegessen und den Rest mitgenommen. Was sich im Nachhinein als großer Fehler herausstellen sollte.

Zum Abschluss bin ich dann ins Kino gegangen. Hab es am Abend vorher schon gesehen, aber mich dann dagegen entschlossen. Hab mir „Burn After Reading“ angeschaut und das riesige Cineplex von Bocholt bewundert, das fast leer war und das an einem Freitag-Abend.

Präsenzveranstaltung „KMM Kompakt“ in Bocholt

Nach meinem Frühstück im Hotel, ging’s gleich los Richtung Industriestraße. Die Straße geht direkt vom Bocholter Bahnhof ab und nachdem ich mittlerweile einen Stadtplan hatte, hab ich den auch wieder gefunden. Von dort aus bin ich zur Industriestraße Nummer 1, die nicht (wie Google Maps behauptet) auf der rechten Straßenseite zu finden ist (die hab ich etwa 100m abgesucht, bis ich die erste Nummer gefunden hab), sondern sich auf der linken Seite befindet.

Dort traf ich den ersten Teilnehmer der Veranstaltung, bei dem ich mir zuerst nicht sicher war, ob er vielleicht der Dozent ist. Wir haben vor der Tür eine geraucht, er war so ungefähr um die 40. Das hat mich schon etwas gewundert, aber egal. War zumindest ein ganz netter Mensch, ein bisschen verplant und mit ner zerstreuten Frisur.
Dann ging’s ab nach drinnen. Ich wusste ja schon, dass die Veranstaltung in den Räumen einer Firma stattfinden wird. Es handelt sich um die Firma Herding, die mir bis dahin gar nichts gesagt hat. Man musste einer Beschilderung durch’s halbe Gebäude folgen, um dann in einen großen Ausstellungsraum zu kommen. An der Stirnseite des Raumes stand ein großer Konferenztisch und es saßen schon ein paar Leute dran. An den Seiten des Raumes standen jeweils 5 Betten. Häh? Betten? Ja, richtig. Da standen Betten mit verschiedenen Kinder-Bettwäschen rum. Das war doch n bisschen merkwürdig, aber bitte. Is mal was anderes.

Am Konferenztisch saßen schon ein paar Leute, der Dozent war noch nicht da. Ein paar haben sich unterhalten und es wurde ne Runde gemacht, wo man denn so herkommt und bla bla. Insgesamt sind 12 Studenten bei der Veranstaltung. Zu meiner Überraschung waren die ganzen anderen Studenten wesentlich älter als ich. Meiner Schätzung nach war die jüngste etwa 26 Jahre alt und der Rest hauptsächlich Anfang/Mitte 30. Eine Frau sticht noch mehr heraus: Ich hab sie so auf Ende 40/Anfang 50 geschätzt. Ehrlich gesagt habe ich ja schon erwartet, dass zumindest ein oder zwei Leute dabei sind, die so grob in meiner Altersklasse sind.

Dann kam (exakt pünktlich) Prof. Dr. Loock. Er wirkt von Anfang an sehr sympathisch und offen. Zuerst hat er erzählt, warum wir in diesem Raum mit Betten rumsitzen: Er ist der Inhaber der Firma Herding, ein Familienunternehmen, dass ganz vorne mitspielt in der Textilindustrie. Auf jeden Fall kommt Hr. Prof. Dr. Loock aus Bocholt. Er hat ein bisschen was über die Stadt erzählt, die ja genau an der holländischen Grenze liegt. Früher war Bocholt ein beliebtes Reiseziel für Gelegenheitskiffer, die sich über die „grüne Grenze“ nach Holland aufgemacht haben.

Danach ging’s weiter mit einer Vorstellungsrunde. Die Leute sollten sich kurz vorstellen, warum sie dieses Studium machen und so. Da merkt man dann wer ein gesteigertes Mitteilungsbedürfnis hat. Es war wirklich krass, von was manche Leute denken, dass es die anderen interessieren könnte. Nach zwei oder drei Leuten fing ich an mich zu fühlen wie in einer Selbsthilfegruppe. Ein grober Auszug eines Teilnehmers: „Erst hab ich Jura studiert, das hab ich aber nicht ganz geschafft. Danach hab ich dann BWL gemacht, da hab ich aber dann nach ein paar Jahren gemerkt, dass es mir doch nicht so gefällt. Dann hab ich …“ Wie ja allein das Alter der Leute verrät, ist es eben bei den meisten nicht die erste Ausbildung, die sie machen.

Einige kommen vom Theater (Schauspiel oder Regie) und erzählen, dass sie das Studium machen, weil sie finden dass in ihren Theatern einiges nicht so toll läuft. Aus der Konzertrichtung kommt keiner. Naja, einer ist ausgebildeter Kirchenmusiker, aber das hat mit Veranstaltungsmanagement ja auch nicht so viel zu tun. Die ältere Frau ist Bibliothekarin und findet, dass sich das Studium in ihren Bewerbungsunterlagen gut machen würde, weil sie seit längerem nirgends genommen wurde.

Ein Unterschied zwischen den verschiedenen anwesenden ist ja, dass wir verschiedene Studienabschlüsse im selben Fachgebiet anstreben. Als Kultur- und Medienmanagement-Fernstudienarten bietet das Institut KMM folgende Abschlüsse an:
-    Bachelor (grundständiges Studium, Erststudium)
-    Diplom (Aufbaustudium, weiterbildendes Studium)
-    Zertifikat (Kurzstudium, nur einzelne Elemente ohne staatlichen Abschluss)

Bei der Veranstaltung waren nur wenige dabei, die wie ich das Bachelor-Studium machen. Das fand ich ziemlich schade, weil ich ja gehofft habe, dass ich mit irgendjemand Kontakte knüpfen kann, der dasselbe macht wie ich.

Zu Beginn des inhaltlichen Teils mussten alle einzeln einen 10-Fragen-Test ausfüllen. Dafür hatte man 20 Minuten Zeit.
Es kamen Fragen wie: Definieren Sie „Kultur“. Erklären Sie den Begriff „Marketing“. Wie nennt man die Ressortchefs der Kulturpolitik in den Bundesländern?
Eigentlich sollte man das ja alles ziemlich leicht beantworten können, aber einpaar Sachen fand ich trotzdem schwierig. Zum Glück diente der Test nur zur anschließenden Diskussion z.B. über den Kultur-Begriff.

Die Veranstaltung wurde insgesamt gegliedert in die Bereiche „Betrieb - Organisation- Management“, „Gesellschaft und Politik“, „Kultur- und Medienfinanzierung“ und „Kultur- und  Medienmarketing“. Wir hatten eine Art Skript, wobei es eher eine ausgedruckte PowerPoint-Präsentation war, um allem zu folgen. Außerdem hab ich natürlich mitgeschrieben. Im Laufe der Veranstaltung haben wir noch ne Menge Material mitbekommen z.B. über das Neue Steuerungsmodell in öffentlich-rechtlichen Kultureinrichtungen (hatte ich noch nie was von gehört).

Da man ja zu einer bestimmten Anzahl von Präsenzveranstaltungen Hausarbeiten verfassen muss (im 1.Semester: zu 2 von insgesamt 3), wurde zum Schluss darauf hingewiesen, dass man auch zu dieser Veranstaltung eine Hausarbeit anfertigen kann. Da es sich ja um eine recht allgemein gehaltene Veranstaltung handelt, kann man sich das Themengebiet aussuchen. Um eine Hausarbeit anzufertigen muss man sich innerhalb von 14 Tagen bei Hr. Loock melden und ein dahingehendes Interesse bekunden. Man kann eigene Themenvorschläge einreichen oder sich Themen vorschlagen lassen. Ich denke darüber nach eine Hausarbeit zu dieser Veranstaltung zu schreiben.

Alles in allem war die Veranstaltung ganz interessant. Zu Mittag war ich mit drei anderen Studenten beim Essen. Dort haben sie dann aber über ihre Kinder und solche Sachen geredet, da musste ich doch feststellen, dass wir nicht besonders viel gemeinsam haben. Ich hab auch im Endeffekt mit niemandem Adressdaten oder so ausgetauscht, aber ich hätte wohl auch mit niemandem ernsthaft Kontakt gehalten.
Ich hatte ja gehofft, dass nach der Veranstaltung (Ende war so um 18 Uhr) noch was unternommen wird, wie zusammen essen gehen, aber es sind eigentlich alle gleich gefahren, als es zu Ende war.

Nach der Veranstaltung hatte ich dann noch die Möglichkeit mir mit Hr. Prof. Dr. Loock zu unterhalten. Ich habe mich erkundigt, ob es in Zukunft noch mehr Angebote für die Bereiche „Musik“ und „Veranstaltungen“ geben wird, da das ja mögliche Schwerpunktthemen des Studiengangs sind und es dazu noch keine konkreten Studienbriefe gibt, sondern bisher nur Präsenzveranstaltungen. Er hat mir darauf versichert, dass sie gerade daran sind das Angebot in diesem Bereich auszubauen und ich im Laufe des nächsten Semesters damit rechnen kann, dass neue Studienbriefe erscheinen werden. Das ist auf jeden Fall eine erfreuliche Nachricht, da ich gerne mehr in diesem konkreten Bereich lernen würde.

Was Bocholt so zu bieten hat

Der einzige Bahnsteig in Bocholt geht direkt in die Bushaltestelle über. Ein paar Jugendliche lungern da rum und sonst gibt’s nicht viel zu sehn. Es gibt einen großen Zeitschriftenladen am Bahnhof, das „Musikermagazin“ gibt’s da allerdings auch nicht. Also mach ich mich erstmal auf den Weg mein Hotel zu finden, das Gasthaus Potpourri. Nachdem ich ja meine Webeschreibung nicht mitgenommen habe, versuche ich es erstmal aus dem Gedächtnis vom Plan, den ich mir daheim angeschaut habe. Es gibt einen Wegweiser in Richtung Zentrum und dahin ging ich erstmal. Auf dem Weg zur Fußgängerzone habe ich dann was gesehne, dass ich noch nicht kannte ein „CDU Bürgerbüro“. Gibt’s sowas überall? Hm, da muss ich mich mal informieren. Ich bin zumindest ein bisschen schneller dran vorbeigegangen, dass mich da niemand anfällt.

In der Fußgängerzone sieht es genauso aus, wie in jeder Fußgägerzone in ner mittelgroßen Stadt. Die selben Läden, die selben Leute. Aber darum ging es mir ja garnicht, ich wollte ja erstmal zum Hotel kommen. Doch irgendwie kam ich nicht so richtig drauf, wo ich lang musste. Also hab ich meine Ma angerufen, dass sie mich am Telefon navigieren kann. Ein Stück wet ging das auch ganz gut. Aber dann kamen wir an einen Punkt, an dem ich einen Weg gehen sollte, der garnicht da war. Oh Mann, das war richtig nervig. An den meisten Straßen in Bocholt gibt’s kein Straßenschild, das machte es mir sehr schwer mich am Telefon zu verständigen, wo ich dann war. Ich musste erstmal ziemlich lang durch die Gegend laufen, damit wir mich wieder orten konnten. Nachdem ich wahrscheinlich eine halbe Stunde Umwege gelaufen bin, kam ich endlich am Hotel an.

Dort musste ich mich erstmal anmelden. Die fragen einen da sogar nach dem Beruf des Ehepartners und solchem Zeug. Das hatte ich bisher wirklich noch nie. Aber das wird schon so passen. Dann wurde ich in mein Zimmer gebracht. Natürlich im dritten Stock. Und endlich hatte ich das erste mal an diesem Tag meine Ruhe. Der „Zustand“ des Zimmers, der sich preismindernd auswirken sollte, war zum Glück garnicht so wild. Ein paar kaputte Fußleisten und angebrochene Kacheln im Bad. Sonst war aber alles in Ordnung.

Auf dem Schreibtisch fand ich ganz viele Bocholt-Broschüren. So z.B. zwei verschiedene „Bocholt für Senioren“-Führer, einige über Wander- und Fahrradwege un dso weiter. Es gab sogar eine mit dem Titel „Bocholt in Zahlen und Fakten“ mit lauter Statistiken über Bocholt. Die ham’s ja ganz schön ernst genommen in Sachen Stadt-Marketing. Außerdem gab’s mehrere Falt-Karten, für soeine hätte ich noch vor ner knappen Stunde ne Menge Geld gezahlt. Auf der Karte erkannte man auch, warum es zwischen meiner Ma und mir zu ein paar  Missverständnissen gekommen ist. Die Straßen hier sind so verwinkelt und konfus, dass man es auf einerschematischen Karte wie auf Google-Maps garnicht darstellen kann. Also hab ich sofort die Karte eingepackt, dass ich da auch wieder wegfinde.

Doch da war ja immernoch mein Hunger, also zog ich los, um ein Restaurant zu suchen. Es gib eins das zu meinem Hotel gehört, allerdings ist mir das zu teuer. Direkt gegenüber gibt es ein griechisches Lokal, aber viel Konoblauch essen, wenn ich am nächsten Tag das erste Mal Luete aus meinem Studiengang treffe, ist vielleich nciht die beste Idee. Nachdem ich ein bischen gesucht habe, fand ich dann eine Pizzeria, die ganz nett aussah. Also bekam ich endlich meine erste richtige Mahlzeit des Tages.

Danch suchte ich nach dem Irish Pub, von dem ich im Internet  gelesen hatte. Aber das schien es nicht mehr zu geben, zumindest nicht an der Adresse, die ich hatte. Also bin ich noch ein bisschen Spazieren gegangen. Im Bocholter Kino hat mir kein Film so richtig zugesagt, daher bin ich gegen 10 Uhr zurück ins Hotel. Schließlich musste ich mich ja auch noch für meine erste Präsenzveranstaltung ausruhen.

It’s a long way to Bocholt

Nachdem ich morgens noch schnell gepackt habe, ging’s um 11 Uhr auch schon los zum Pasinger Bahnhof. Natürlich wurde es morgens doch knapper als ich gedacht habe. Deswegen konnte ich mir die Routen zum Hotel und Co. nicht mehr ausdrucken. Aber so wichtig ist sowas ja nicht. Irgendwie findet man ja doch immer hin.

Von Pasing aus geht’s mit dem ICE 518 los nach Duisburg. Da ich ja einen Platz reserviert hatte, konnte ich es mir direkt bequem machen. Meine ersten beiden Studienbriefe habe ich ja daheim schon einmel gelesen. Daher musste ich den Ordner „Kulturmanagement und Kulturpolitik“ mitnehmen, damit ich auch über das Wochenende ein bisschen weiterkomme. Mit ner Reisetasche und meiner Vaude-Tache bin ich schon ganz schön bepackt. Aber so hab ich unterwegs zumindest was zu tun.

Also fang ich mal an mir meinen Studienordner anzuschauen. Zunächst kommt da eine Einführung und Erklärung, wie der Ordner zu benutzen ist. Wie ich ja schon erzählt hab als der Ordner angekommen ist, wird einem nahegelegt, dass man ein Abo abschließen soll, dass der Ordner immer suf dem neuesten Stand bleibt. Hm, mal schaun, ob da überhaupt was sinnvolles drinsteht und man so ein Abo überhaupt will. Nach den Erklärungen kam eine Broschüre zum Thema „Erfolgreiche Pressearbeit“. Das Thema ist doch zum Anfang gar nicht so uninteressant.

Nachdem in meinem Großraumabteil lauter Kinder rumhüpfen, ist es nicht einfach  sich auf das zu konzentrieren, was man gerade liest. Somit geht alles ein bisschen langsamer. Ich probier’s mit Musik, aber wenn man die so laut aufdreht, dass man die anderen im Abteil nicht mehr hört, dann will man lieber zu Motörhead abgehen, als sich auf einen Text zu konzentrieren. Aber ein bisschen was schafft man dann trotzdem auf den fünf Stunden der Fahrt. Auch wenn eine Mutter neben mir es für eine gute Idee gehalten hat, ihren Kindern über drei Stunden em Stück vorzulesen. Da konnte man überhaupt nicht daran vorbeihören. Und das Buch war nichtmal gut! Irgendwann hat die ältere Tochter gefragt, ob sie nicht mal ne Pause vom Lesen machen kann. Gutes Kind!

Wenn’s mit den Studientexten nicht geklappt hat, dann hab ich das Buch „So veranstalten Sie ein Konzert“ von Christoph Klein weitergelsen. An dieser Stelle muss ich sofort jedem, der jetzt überlegt dieses Buch auch zu lesen, dringendst davon abraten. Das Buch ist wirklich unglaublich schlecht. Es erhebt für sich den Anspruch zu erklären, wie man sich als Veranstalter selbständig machen sollte. Die Informationen, die das Buch enthält sind aber an vielen Stellen lückenhaft oder sogar falsch. Also wirklich keine gute Sache. Die Zeit hätte ich mir wirklich sparen können.

Zumindest habe ich vor meiner Ankunft zwei Kapitel des Ordners geschafft (neben der Pressearbeitsache). Das ist nicht gerade viel, aber was soll’s. Man muss sich bei den einzelnen Beiträgen – jedes Kapitel besteht aus zwei bis drei Beiträgen – immer auf ein neues Thema einstellen und vor allem auf den Schreibstil eines neuen Autors. Da ist nicht so einfach, wie man denken könnte. Doch die Befürchtung hatte ich schon als ich den Ordner bekommen habe.

Aber dann war ich auch schon in Düsseldorf. Nach dem Aussteigen hab ich noch kurz auf meine Reiseunterlagen geschaut, auf welches Gleis ich muss. Mein nächste Zug geht nach Wesel. Komisch, dass auch auf diesem Gleis ein Regionalzug nach Wesel fährt. Hm, egal. Ich hatte eigentlich ganz schön Hunger, aber bei allen Ständen gab’s ne lange Schlange und so hab ich mich entscheiden, erstmal weiterzufahren und mich dann um was zu essen zu kümmern. Auf meinem Gleis angekommen, steht der Zug den ich brauchte nicht auf der Anzeigentafel, sondern was komplett anderes. Da musste ich glatt nochmal in die Unterlagen schaun. Das richtige Gleis war’s schon, aber … nicht der ricgtige Bahnhof. Wer ein bisschen aufgepasst hat, hat schon bemerkt, dass ich eigenltlich nach Duisburg wollte, aber in Düsseldorf ausgestiegen bin. So ein verdammter Scheiß. So dumm darf man doch eigentlich garnicht sein.

Zum Glück hab ich ja auf dem anderen Gleis einen Zug gesehen, der nach Wesel fährt. Also schnell zurückgesprintet und den Zug (für den ich kein Ticket hatte) noch erwischt. Der alte Bummelzug fuhr los und machte anschließend Halt in Duisburg. Vielleicht war es sogar genau der den ich ursprünglich bekommen wollte. Abr das hätte ja auch wesentlich weniger stressig ablaufen können. Aber zumindest ist alles nochmal gut gegangen und ich kam rechtzeitig in Wesel an. Ich musste noch ne halbe Stunde warten, aber dort gab’s natürlich auch nix zu essen. Wesel ist wie erwartet eine richtige Weltmetropole. Vom Bahnhof aus zumindest, hat man nicht mal ne kleine Stadt gesehen, sondern nur ein paar vereinzelte Häuser, aber zum Glück wollte ich hier ja auch garnicht bleiben.

Nach einer halben Stunde Fahrt in einer ziemlich neuen Regionalbahn kam ich endlich in Bocholt an. Mittlerweile war es ungefähr halb 8 und ich war wirlich müde.

Von Anfang an kompetent

Nachdem ich gestern den Studienbrief über rechtliche Grundlagen im Kulturmanagement zum ersten mal komplett gelesen habe, ging’s heute gleich an meinen zweiten Studienbrief. Ich habe mich dazu entschlossen mit “Führungskompetenz” weiterzumachen, da dieser ebenfalls direkt von der Hochschule herausgegeben wird und somit einen ähnlichen Aufbau hat, wie der erste. Allerdings ist “Führungskompetenz” in drei einzelne Abschnitte aufgeteilt, die das Thema jeweils geschlossen behandeln und von verschiedenen Autoren verfasst sind.

Ich hab mich ja schon ein bisschen gewundert, dass das Thema Führungskopetenz, als Pflichtstudienbrief fürs erste Semester, ganz an den Anfang des Studiums gestellt wird. Das wird aber wohl seine Gründe haben. Es geht im Studienbrief auch nicht nur darum, wie man eine Organisation leitet, sondern auch grundlegend, um die Strukturen und Funktionen einer Organisation.

Insgesamt ist das Thema natürlich schwerer greifbar, als die rechtlichen Grundlagen. Das liegt ja schon in der Natur des Themas. Allerdings hat man beim Lesen das Gefühl, dass sich alles wiederhlt und man die Sachen, die erklärt werden alle schon kennt, z.B. bei den Anforderungen an Führungkräfte denkt man sich dauernd “Aber das ist doch klar”. Ich denke, es wird deshalb noch schwieriger, den Stoff klausurgerecht vorzubereiten. Dadurch freu ich mich allerdings plözlich über den rechtlichen Studienbrief, da er mir jetzt einfacher erscheint. Also hat es auch sein gutes, dass dieser Studienbrief schwer zu lernen ist.

Meiner Meinung nach am besten behandelt wird das Thema im dritten und somit letzten Abschnitt des Studienbriefes. Darin wird eine Organisation anhand verschiedener Modell bzw. Metaphern dargestellt. In diesem Breich ist es leichter Abgrenzungen zwischen den verschiedenen Thesen zu finden und somit kann man sie sich leichter einprägen.

Wie man vielleicht schon entnehmen konnte, habe ich den zweien Studienbrief heute komplett fertiggelesen. Das freut mich sehr, da ich jetzt mit dem Gefühl schon etwas geschafft zu haben zu meiner ersen Präsenzveranstaltung aufbrechen kann.