Archive for the ‘Themen außerhalb des Studiums’ Category

Finden Sie Minden!

So ich hab den Reisetag gut hinter mich gebracht. Das mit dem Internet hat nicht mehr geklappt im Zug. Dafür hab ich mir den Director’s Cut der Woodstock-Dokumentation auf Dvd angeschaut. Die hab ich vorsorglich mitgenommen, weil ich ja schon befürchtet hatte, dass ich im Zug kein Internet habe und somit nicht an meinen E-Mails arbeiten kann. Jedem der gerade gute drei Stunden Zeit hat und sich für Festivals interessiert, empfehle ich sich sofort diesen Film anzuschauen. Es ist wirklich unglaublich toll. Für alle die Ahnung von Veranstaltungssicherheit haben: Achtet mal auf das „Bühnendach“. Schön!

Ach und kennt jemand das Spiel „Finden sie Minden“? Da geht es darum, Städte/Orte/Sehenswürdigkeiten auf einer Deutschlandkarte (natürlich ohne Städte) möglichst genau zu orten. Ist eigentlich auch völlig egal. Ich wollte nur kurz Bescheid geben: Ich habe Minden (Westf) gefunden und somit gewonnen. Minden liegt nämlich auf der direkten Verbindungsstrecke zwischen Hannover und Osnabrück. Genau da bin ich heute durchgefahren und hab an der Haltestelle sogar ein Beweisfoto geschossen.

Nach 6 Stunden Fahrt in Osnabrück angekommen, habe ich ohne größere Probleme (nur anfänglich hatte ich Probleme mich zu orten und eine Frau hat mich genau in die falsche Richtung geschickt) mein Hotel gefunden. Es ist soweit ganz okay. Die Betten sind sehr durchgelegen und ein paar Metallfedern sind unangenehm spürbar. Sonst passt eigentlich alles, schön ist es halt nicht gerade. Er Fernseher im Zimmer ist, soweit ich mich erinnere, der kleinste, den ich je gesehen habe. Hier im Zimmer funktioniert diese W-Lan-Sache übrigens ausgezeichnet.

Nachdem ich mich im Internet ausführlich über das Osnabrücker Busnetz informiert habe, bin ich zur „Lagerhalle“, der Kultureinrichtung mit dem meiner Meinung nach besten Angebot in Osnabrück, gefahren, um einen Poetry-Slam zu besuchen. Dort gab’s dann auch die erste warme Mahlzeit des Tages. Zwei der Poeten waren wirklich ausgezeichnet und die Lagerhalle war bis unters Dach voll. Grob geschätzt waren sicher 300 Leute dort und ich musste mein Abendessen im Stehen an der Theke essen. War trotzdem gut. Zur Halbzeit bin ich dann gegangen, damit ich zeitig ins Bett komme. Vor der Heimfahrt habe ich noch kurz geschaut, wo genau das „Haus der Jugend“ ist, in dem meine Veranstaltung morgen stattfindet. Das ist nämlich direkt um die Ecke von der Lagerhalle.

Damit kann ich morgen gut vorbereitet zur Präsenzveranstaltung gehen.

Fast vergessen: An der Rezeption bzw. der Kneipentheke, die als solche fungiert, habe ich erfahren warum Osnabrück so ausgebucht ist für dieses Wochenende. Die Dame nahm nämlich an, dass ich auch am Kongress der Kindergarten-Erzieher (oder so was) teilnehme. Zwei Leute, die zeitgleich mit mir eingecheckt haben sind wohl dort und auch später im Bus habe ich lauter Leute mit solchen „Kindertage Osnabrück 2009“ gesehen.

Suchen - Verbindung aufbauen

Das mit dem Internet im Zug ist irgendwie doch nicht so einfach, wie ich gehofft habe. Nachdem ich mich gestern hab aufklären lassen, dass es bisher nur fünf oder sechs ICE-Strecken gibt, die W-Lan haben, und das dann 8€ pro Stunde kostet, habe ich die Hoffnung auf eine produktive Fahrt mit Internetzugang schon fast aufgegeben. Aber der Dani hat mir seinen Router und eine Sim-Karte mit Internet-Flatrate mitgegeben. Damit könnte ich jetzt eigentlich an allen Plätzen, an denen ich eine Steckdose für den Router habe, ein W-Lan aufbauen. Allerdings funktioniert das bisher irgendwie noch nicht und ich probier’s jetzt mittlerweile schon fast seit einer Stunde. Der Router zeigt im Wechsel „Suchen“ und „Verbindung aufbauen“ an. Das hatte der Dani vorher schon befürchtet. Also bin ich wohl doch nicht online im Zug. Macht aber nichts. Zumindest hab ich meinen Laptop dabei. Komme so mal wieder zum Bloggen und werde die Artikel wie gewohnt nachdatieren. So ist das eben mit Zugfahrten.

Übrigens habe ich vorhin meine gesamte heiße Schokolade, die ich mir am Hauptbahnhof gekauft habe über den Tisch gekippt, so viel zur angenehmen Zugfahrt. Aber wenigstens habe ich einen Sitzplatz mit Tisch in einem 6er-Abteil, in dem außer mir nur zwei Leute sitzen. Die verhalten sich sehr ruhig, außer dass die ältere Dame einen ziemlich penetranten Husten hat und dieser Mann schon zweimal probiert hat Handy-Gespräche zu führen, die sich wichtig anhören, es aber offensichtlicher Weise nicht waren. Dieses Mal habe ich aber keine Vorlese-Mutter in meiner Nähe. Das gefällt mir.

“Ich kümmere mich umgehend um das Problem.”

Nachdem ich mir gestern einen Tag Ruhe gegönnt habe, war es heute an der Zeit mich mit der Museums-Verwaltung in Gronau in Verbindung zu setzen. Meiner Meinung nach ist das Museum – besonders, wenn es auf der eigenen Homepage keine ordentliche Anfahrtsbeschreibung gibt – dafür verantwortlich, was mir GoogleMaps für eine Adresse gibt. Und nachdem mich Google an den falschen Bahnhof hat anreisen lassen und mir somit einen Spaziergang von Epe nach Gronau eingebracht hat, muss sich jetzt auch jemand dafür verantworten.

Die Nummer von Frau Thünenkötter die beim Rock- und Pop-Museum für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, habe ich mir ja bei meinem Besuch schon geben lassen. Also konnte ich ohne Aufwand anrufen. Ich hatte sie auch gleich am Telefon. Offensichtlich wurde sie bereits darüber informiert, was am Samstag passiert ist.

Frau Thünenkötter war um keine Ausrede verlegen und fand auch nicht, dass das Museum dafür zuständig sei, welchen Weg eine Suchmaschine angibt. Ihr war das Problem bekannt, aber heutzutage komme ja eh jeder mit dem Auto und da sei das ja gar kein Problem. Man kann sich vorstellen, dass ich durch das Gespräch ziemlich schnell wieder meinen Wut-Pegel vom Samstag erreicht habe. Aber ich hab mich niocht aus der Ruhe bringen lassen. Immerhin wollte ich der Frau ja durchaus helfen, dass sie die Öffentlichkeitsarbeit des Museums korrigiert. Immerhin schädigt sie damit nicht nur den Ruf des Museums, sondern auch des Kulturberiebs an sich, der sowieso oft genug der Unfähigkeit bezichtigt wird. Nachdem ich ihr ausführlich dargestellt hatte, warum das doch ihr Problem ist, versprach sie sich umgehend um die Lösung des Problems zu bemühen. Und ich ihr, dass ich die Sache weiterhin verfolgen werde.

Ansonsten habe ich heute die Unterlagen, die ich bei der Veranstaltung am Freitag bekommen habe nachbearbeitet. Es waren ja einige Sachen, die wir nur kurz angesprochen haben, die man sich dann selbst erarbeiten sollte. Das habe ich also gemacht. Jetzt am Anfang des Studiums muss ich bei jeder neuen Sache einen Ordner anlegen. Das nervt mich, aber bald hat sich sicher alles eingespielt.

Das Rock- und Popmuseum Oder Wie man es lieber nicht machen sollte

Nachdem ich ja näher an Gronau dran war, als ich es wahrscheinlich in nächster Zeit je sein werde, hab ich für den Tag nach meiner Präsenzveranstaltung geplant ins Rock- und Pop-Museum zu gehen. Da kann man sich natürlich fragen, was das in meinem Studien-Blog zu suchen hat, aber ich finde schon, dass es da einen engeren Bezug gibt. Schließlich studiere ich ja Kultur- und Medienmanagement und vielleicht interessiert sich der ein oder andere ja auch für das Museum. Die Route von Bocholt nach Gronau hab ich mir schon vorher zurechtgelegt. Es hieß also um Viertel vor 7 aufstehen, schnell frühstücken und zur Bushaltestelle am Bahnhof zurück. Um halb 8 kam der Bus 51 nach Coesfeld. Ich war eigentlich ziemlich froh aus Bocholt weg zu kommen, aber mit dem Bummel-Bus hat’s ganz schön gedauert bis ich angekommen bin. Aber ich hab mir die Route ja genau so berechnet, dass ich dort bin, wenn das Museum um 10 Uhr öffnet, weil ich um am selben Tag nach Hause zukommen um halb 2 wieder in den Zug steigen musste.

In Coesfeld angekommen musste ich mir noch ein Zugticket besorgen und dann ging’s gleich weiter. Wie bei den Planungen erwähnt, habe ich bei GoogleMaps rausgefunden, dass es geschickter ist nach Epe(Westf.) zu fahren als direkt nach Gronau. Also bin ich dort um halb 10 angekommen und hatte sogar mal meine ausgedruckte Wegbeschreibung dabei. Laut Wegbeschreibung sind es zu Fuß 10 Minuten bis zum Museum. Also bin ich losgegangen und hab mich ein bisschen gewundert, dass das alles eher nach Wohngebiet aussieht, also nach der Umgebung in der normalerweise ein Museum steht. Aber was soll’s. Als ich allerdings dort angekommen bin, wo das Museum liegen sollte, war nichts zu sehen außer lauter Einfamilienhäusern. Da dachte ich mir, dass das Museum wohl nicht so toll wird, wie ich es mir vorgestellt habe und wahrscheinlich in einer kleinen Garage zu finden ist. Ich bin zwar der Wegbeschreibung gefolgt, aber der Udo-Lindenberg-Platz 1 war nicht zu finden. Genau genommen war da überhaupt kein Platz.

Zum Glück hab ich gleich jemand gefunden, den ich nach dem Rock- und Pop-Museum fragen konnte. Doch als ich das tat, hat mich der Mann erstmal unglaublich komisch angeschaut. „Das Museum?! Da müssen Sie ja ganz nach Gronau rein? Da sind Sie hier ja ganz falsch.“ Na toll, so was musste ja kommen. Wenn ich mal nen Plan hab, wie alles laufen soll, dann geht’s natürlich schief. Immer noch verdutzt hab ich zumindest nach der Richtung gefragt, in die ich muss und wie lang es ungefähr dauert, außer der Richtung konnte er mir allerdings nicht weiterhelfen. „Das ist ein ganz schönes Stück.“ Ein Stück weiter hab ich dann einen Postboten getroffen, der mir dann den Weg erklären konnte, aber laut ihm braucht man mindestens eine halbe Stunde. Aber eine Wahl hatte ich ja nicht, also ging’s weiter Richtung Gronau.

An dieser Stelle möchte ich nochmal anmerken, dass ich zwei Taschen dabei hatte, in denen ich unter anderem einen dicken Ordner mit mir rumgeschleppt habe. Nach Gronau ging’s erstmal fast ne halbe Stunde an einer Landstraße entlang. Unterwegs gab es zwar zwei Bushaltestellen, aber ich wusste ja nicht wohin ich genau muss, außerdem hätte ich auf den Bus mindestens 20 Minuten warten müssen und eigentlich wollte ich ja schon im Museum sein. Irgendwann bin ich dann in Gronau angekommen und hab mir nochmal die Richtung sagen lassen. Dann endlich kam ich beim Museum an. Davor ist eine sehr schöne Anlage mit künstlichen Kanälen. Alles wirklich schön gestaltet und ich hätte mich wohl darüber gefreut, wenn ich nicht schon über eine Stunde durch die Gegend gelaufen und somit unglaublich genervt gewesen wäre.

So geladen bin ich dann in das Museum und direkt zu der Dame am Empfang. In der Eingangshalle ist direkt auch ein Museums-Shop, der mich wahrscheinlich auch mehr gefreut hätte, wenn… Ach, egal.
Nun durfte sich also die Museumsangestellte meine Geschichte anhören und hat mir prompt bestätigt, dass ich da ja ganz falsch war. Was ich ja allerdings schon wusste. Natürlich konnte sie nichts dafür, aber ihre Reaktion hat die Sache nicht viel besser gemacht. Ich wollte jemand sprechen, der dafür verantwortlich ist, dass man im Internet eine falsche Adresse findet, aber da war natürlich am Samstag keiner da. Also durfte ich mich weiter mit der Frau am Empfang rumschlagen. Die erzählte mir dann noch, dass man beim Museum schon seit Monaten über dieses Problem Bescheid wisse und gab mir die Telefonnummer der Verantwortlichen in der Museums-Leitung. So sauer war ich wirklich schon lang nicht mehr. Da sieht man mal wieder wie gut Museen geführt werden und was man in der Öffentlichkeitsarbeit alles verkacken kann. Für mich eine Bestätigung, dass mein Studium Sinn macht, weil es in Kulturbetrieben einiges zu verbessern gibt.

Nachdem ich mich so aufgeregt hatte, durfte ich umsonst ins Museum. Aber die 5€ hätte ich gern gezahlt, wenn ich dadurch früher da gewesen wäre. Mittlerweile war es fast 11 Uhr und in 2 Stunden musste ich ja wieder los. Drinnen wurde ich dann von 2 Museumsangestellten begrüßt, die mich erstmal für den neuen Praktikant hielten. Warum auch immer. Nachdem ich das geklärt habe kriege ich einen Audio-Guide, mit dem man an einigen Stellen im Museum automatisch was erzählt kriegt und an anderen ne Nummer eingeben kann, um die gewünschten Tonaufnahmen zu hören.

Als ich anfangen wollte mir die Ausstellung anzuschaun, kam eine kurzhaarige Mitarbeiterin reingestürmt, der die Dame an der Kasse offensichtlich erzählt hat, dass und warum ich sauer bin. Sie konnte mich dann beraten, wie man die zwei Stunden, die ich noch hatte, sinnvoll auf die verschiedenen Abschnitte des Museums verteilen kann. Das war ziemlich hilfreich, da man sich im Museum natürlich ewig aufhalten kann und ich so zu nem Teil wahrscheinlich gar nicht erst gekommen wäre. Dann ließ ich mir noch ein Klemmbrett und Papier bringen, damit ich mir ein paar Sachen, die mich interessieren aufschreiben kann.

Im Erdgeschoss befindet sich die Wechselausstellung. Momentan ist das „On the Road“ mit Themen wie Biker, Trucker, Reisen als Lebensentwurf,… Diese besteht aus einem großen Raum, naja doch mehr aus einer Halle, die so weit ganz nett gestaltet ist. Der Raum dient auch als Konzerthalle für die Veranstaltungen, die es dort hin und wieder gibt. Am Kopf der Halle befindet sich eine große Bühne. Es finden sich im Ausstellungsraum einige große Exponate, wie etwa ein alter Band-Bully und einige Motorräder. Sonderlich gut ausgenutzt ist der Platz in der großen Halle allerdings nicht ein paar Sachen und Schautafeln sehen etwas verloren aus, aber gut. Lieber n paar tolle Sachen als viel Schund. Doch etwas mehr hätte es trotzdem sein können.

Als ich das erste Mal den Audio-Guide benutzen wollte, hat er nicht funktioniert, aber nachdem die Museumsmitarbeiter dazu neigten, mich in ein Gespräch zu verwickeln, hab ich das lieber ignoriert und mir keinen neuen geholt. Es gab ja sowieso viel zu sehen und zu lesen. Das Highlight im Erdgeschoss waren die Stationen in der Mitte des Raumes. Da konnte man sich auf eine Platte stellen und denn vor sich Schubladen aufziehen. Jede Schublade startet ein Lied bzw. einen Film auf nem Bildschirm direkt vor der Platte. In den Schubladen selber befinden sich jeweils Erklärungen, Songtexte oder sonstiges Material. Natürlich alles zum Thema „On the Road“. Außerdem gab es eine eigene Ecke über Bob Dylan, dass hat mich sehr gefreut. Allerdings standen dort eine Mutter und ihr Sohn neben mir, die sich trotz Audio-Guide unterhielten und das natürlich dementsprechend laut, damit sie sich überhaupt hören konnten. Grausam.

Ha, fast hätt’ ich’s vergessen. Das Beste war einer der Ausstellungsbetreuer. Ein relativ kleiner Mann, ich würde ihn so um die 50 schätzen, mit nen unglaublich langen schwarzen Pferdeschwanz und ner Baskenmütze. Man hätte schwören können, dass er der Bruder von Udo Lindenberg ist. Er hat auch genauso geredet und ich musste mich ständig bemühen, ihn zu verstehen. Wenn ihr jemals das Rock- und Pop-Museum besucht, schaut euch unbedingt diesen Mann an. Der war wirklich so cool, unglaublich nett und sehr kompetent.

Nachdem ich die Ausstellung im Erdgeschoss im zügigen Tempo angeschaut habe, ging’s auf nach oben. Dort befinden sich ein Balkon, von dem man die untere Halle überblicken kann und dann ein relativ kleiner Raum, der offensichtlich auch noch zur Wechselausstellung gehört. Zwar war der Raum nicht gerade liebevoll gestaltet, aber inhaltlich waren ein paar tolle Sachen zu sehen. Hier ging es hauptsächlich um Roadies. Man konnte ein Video von einem sehr komplexen Bühnen-Aufbau anschauen und viele Berichte von Roadies lesen. Es sind Roadie-Kleidung von bekannten Touren und deren Guide-Books ausgestellt. Außerdem wir in einer Ecke über die „Rock ’n’ Roll Laundry“ (www.rock-n-roll-laundry.com), eine Wäscherei, die sich auf Tourbegleitung und Großevents, wie Rock am Ring spezialisiert hat. Von denen hatte ich schon mal gehört, aber war trotzdem ganz interessant, auch wenn die Ecke in der es darum ging, ein bisschen aussah wie ein Schaufenster mit Werbung für die Firma.

Es gab auch noch einen zweiten Stock. Dort konnte man das komplette Studio der Band CAN aus den 70ern besichtigen. Doch nachdem bei mir die Zeit drängte und ich zugegebenermaßen, trotz Bass und E-Gitarre spielen, kaum Ahnung von Tontechnik hab, hab ich nur nen kurzen Blick reingeworfen und mich nicht näher damit beschäftigt. Ich war ja noch gar nicht in der Dauerausstellung im Keller. Auf dem weg dorthin fiel mir erst so richtig auf, wie leer es im ganzen Museum war. Immerhin war es ja ein Samstag und mittlerweile auch nicht mehr früh. Ich hatte schon erwartet, dass das Museum ganz gut besucht ist. Aber außer mir war vielleicht noch fünf oder sechs Leute im ganzen Museum! Hab neulich in einem Artikel gelesen, dass das Museum finanziell nicht s so gut darsteht und dass wurdert mich bei dem Andrang kaum. Aber ich war ja dort, um mir die Ausstellungen anzuschauen und nicht um über die Probleme des Museums nachzudenken.

Also ab nach unten. Auf dem Weg musste ich meinen Audio-Guide abgeben, der mir ja eh nichts gebracht hatte, weil er entweder kaputt war oder ich ihn einfach falsch bedient habe. Unten im Gang war erstmal eine Bildergalerie, die hauptsächlich aus Lindenberg-Aufnahmen bestand. Wen wundert’s. Außerdem steht dort ein Touch-Screen-Element bei dem man sich eingehend über alles – und ich meine wirklich über ALLES – was mit Udo Lindenberg zu hat informieren kann. Das fand ich schon ein bisschen krass. Ich meine, ich bin auch davon überzeugt, dass Lindenberg einer der prägendsten Musiker Deutschlands ist/war. Aber eben auch nuur einer davon. Aber natürlich sind ihm die Betreiber so etwas schuldig, nachdem er (soweit ich informiert bin) einiges an Geld in das Museum gesteckt hat und eifrig dafür wirbt. Aber immerhin wurde ja schon der Platz nach ihm benannt.

Egal. Unten hab ich dann auch wieder meinen Lieblings-Museumsbetreuer getroffen, der mich kurz in den Aufbau der Dauerausstellung einweihte. Der Kellerraum, war relativ niedrig (zumindest für ein Museum). Die Ausstellung war hauptsächlich an den Wänden angebracht. In der Mitte des Raumes standen noch ein paar andere Sachen rum, aber dazu später. Der Aufbau der Hauptausstellung entsprach einer Time-Line der Musikgeschichte und begann (abgesehen von einer Ecke über Klassik, die eher unmotiviert wirkte) mit Black Music. Was einem allerdings als erstes auffällt, wenn man den Ausstellungsraum betritt, ist der Klangbrei, der einem entgegen kommt. Es liefen in der Ausstellung sicher 30 Lieder gleichzeitig und das nicht, weil so viele Leute da waren, die sich etwas anhörten, sondern weil einige Klangbeispiel ständig laufen. Das führte zum Teil dazu, dass ich die Sachen, die ich mir gerade wirklich anhören wollte, nicht richtig hören und schon gar nicht genießen konnte. Das ist wirklich mein größter Kritikpunkt an diesem Museum. In einem Musik-Mueum sollte man doch wirklich dafür sorgen, dass man die Musik auch richtig hört.

Ansonsten ist die Dauerausstellung wesentlich dichter ausgestattet als „On the Road“. Vieles ist interaktiv: Schubladen zum Rausziehen mit Klangbeispielen, geschichtlichen Erläuterungen, Exponaten wie z.B. einer Querflöte von Ian Anderson (Jethro Tull); anderswo hingen Telefonhörer, die man abnehmen musste um Klangbeispiele zu hören und zu jedem Bereich eine Multimedia-Station mit Videos, Liedern, Texten,… zum selber auswählen (an jeder einzelnen hätte man Stunden verbringen können). Man hatte wirklich das Gefühl, dass die Ausstellung sehr liebevoll zusammengestellt und gestaltet ist. Außer natürlich das Problem mit dem Sound-Gemisch, dass mich ständig genervt hat.

Nachdem ich die Time-Line und die kleine E-Gitarren-Ausstellung in einer Ecke des Raumes durch hatte, ging’s an die verschiedenen Sachen in der Mitte des Raumes. Da war zunächst einmal eine Station, an der man die verschiedenen Effekt-Pedale erklärt bekommt, die es für die E-Gitarre gibt. Man hat Kopfhörer mit einem durchgehenden Gitarrenstück mit Begleitung, wenn man dann die Knöpfe drückt kann man Verzerrung, Flanger, Kompressor und alles andere durch Knopfdruck an- und ausschalten. Und das nicht nur separat sondern auch in Kombination. Das war wirklich unglaublich gut, denn man hat ja selten die Möglichkeit einfach so mit allen möglichen Effekten rumzuprobieren. Eine tolle Idee und wahrscheinlich nicht so aufwändig zu machen.

Daneben gibt es Felder auf denen man rumhauen kann und damit Schlagzeug-Klänge erzeugen. Das war ganz nett, aber nicht so beeindruckend, wie dass was dann kommen sollte.

Eine Art Klangglocke. Man muss sich das so vorstellen. Mitten im Raum ist etwas, dass aussieht wie eine riesige Schale, die von der Decke hängt und unter die man darunterschlüpfen kann. Das Ding ist so groß, dass problemlos 15 Leute reinkönnten. Aber wie erwähnt, war ich quasi allein im Museum. Drinnen sieht man dann, dass um einen herum lauter Boxen hängen. Zu hören gibt es zunächst einen leisen Herzschlag, der sich zunehmend steigert und von Musik umwoben wir. Aber erklären kann man das fast nicht. Auf jeden Fall empfehlenswert, dieses Klangteil.

Als letztes kam dann noch eine „musikalische Zeitreise“. Diese findet im separaten „Soundraum“ statt. Dieser besteht quasi nur aus Boxen und zwar aus unglaublich riesigen Boxen. Sogar der Boden war so ausgestattet, dass er die Bässe aussendet. Die Zeitreise war ganz gut und die Musik so laut, dass man gar nicht anders konnte als voll dabei zu sein. Eine ausgezeichnete Sache und ein guter Abschluss des Besuchs. Denn jetzt musste ich auch wirklich los, um noch irgendwie zum Zug zu kommen. Schließlich war ich ja jetzt an einem anderen Bahnhof als geplant. Für den Museums-Shop hatte ich daher leider keine Zeit mehr. Nur das Museums-Heft hab ich mir noch schnell gekauft.

Auf der Zugfahrt zurück ist dann einer meiner Verbindungszüge ersatzlos ausgefallen. Das hat mir einen zweistündigen Aufenthalt in Dülmen(!) beschert. Dabei ist mir dann aufgefallen, dass ich meine Notizen aus der Ausstellung im Museum vergessen hatte. Aber bei dem Tag war ja auch nichts anderes zu erwarten. Als ich dann endlich im ICE von Essen nach München gesessen bin, war ich unglaublich fertig und hatte keinen Nerv mehr meinen Studienbrief weiterzulesen. Zumindest hatte ich ein Sechserabteil ganz für mich.

Mittlerweile hatte ich Hunger. Das brachte mir die Erkenntnis ein, dass Subway-Sandwiches die bemerkenswerte Eigenschaft haben, ihre Verpackung restlos durchzuweichen und mir somit der Rest meines Abendessens vom Vorabend den kompletten Inhalt meiner Tasche versaut hat. Also mal wieder etwas fürs Leben gelernt: Wenn die Frau beim Subway sagt, dass man den Rest ja einpacken kann, glaubt ihr nicht!

Meine letzte Rettung für den Abend das Bord-Bistro der Bahn. Freudig stellte ich fest, dass die Pizza dort nicht wie erwartet sau teuer ist, sondern ganz erschwinglich. Als ich sie dann bekommen habe, wusste ich allerdings auch warum: Sie sind winzig. Das musste ich im Bild festhalten, damit’s mir jemand glaubt. Aber für mich war der Tag eh gelaufen.

Kurz vor Mitternacht bin ich heimgekommen und mein komischer Ausflug war endlich zu Ende.

(Nachdem man im Museum leider keine Fotos machen durfte, hab ich mich mal an den Pressebildern bedient.)

A night in Bocholt

Nachdem ich für den Abend nichts mehr zu tun hatte bin ich noch beim Bahnhofkiosk vorbei und hab mir ne Zeitschrift geholt. Da hab ich doch glatt Postkarten von Bocholt gefunden. Hätte nicht gedacht, dass es so was gibt. Hab ganz schön lang gebraucht, um mir eine auszusuchen, weil eine hässlicher war als die andere. Aber ich hab ja versprochen, dass ich der Mimi von jeder Veranstaltung eine Karte schreibe.

Dann ging’s dran mein Hotel für die zweite Nacht zu finden. Den Weg hatte ich noch ganz gut in Erinnerung, aber das dachte ich am ersten Abend ja auch. Zum Glück hab ich den „Zigeunerbaron“ auch wirklich ganz schnell gefunden. Das Zimmer war ganz nett, aber tatsächlich ganz im Zigeuner-Stil eingerichtet. Es gab nen Fernseher und mein Zimmer war offensichtlich ein Raucherzimmer. Für 50€ hätte es aber ruhig ein bisschen schöner sein können.

Trotzdem bin ich dann wieder losgezogen. Es gab Abendessen beim Subway und die Dame am Tresen hat es tatsächlich geschafft mir einzureden, dass ich lieber ein ganzes Baguette will, als nur ein halbes. Also hab ich brav ein ganzes gekauft, die Hälfte gegessen und den Rest mitgenommen. Was sich im Nachhinein als großer Fehler herausstellen sollte.

Zum Abschluss bin ich dann ins Kino gegangen. Hab es am Abend vorher schon gesehen, aber mich dann dagegen entschlossen. Hab mir „Burn After Reading“ angeschaut und das riesige Cineplex von Bocholt bewundert, das fast leer war und das an einem Freitag-Abend.

Was Bocholt so zu bieten hat

Der einzige Bahnsteig in Bocholt geht direkt in die Bushaltestelle über. Ein paar Jugendliche lungern da rum und sonst gibt’s nicht viel zu sehn. Es gibt einen großen Zeitschriftenladen am Bahnhof, das „Musikermagazin“ gibt’s da allerdings auch nicht. Also mach ich mich erstmal auf den Weg mein Hotel zu finden, das Gasthaus Potpourri. Nachdem ich ja meine Webeschreibung nicht mitgenommen habe, versuche ich es erstmal aus dem Gedächtnis vom Plan, den ich mir daheim angeschaut habe. Es gibt einen Wegweiser in Richtung Zentrum und dahin ging ich erstmal. Auf dem Weg zur Fußgängerzone habe ich dann was gesehne, dass ich noch nicht kannte ein „CDU Bürgerbüro“. Gibt’s sowas überall? Hm, da muss ich mich mal informieren. Ich bin zumindest ein bisschen schneller dran vorbeigegangen, dass mich da niemand anfällt.

In der Fußgängerzone sieht es genauso aus, wie in jeder Fußgägerzone in ner mittelgroßen Stadt. Die selben Läden, die selben Leute. Aber darum ging es mir ja garnicht, ich wollte ja erstmal zum Hotel kommen. Doch irgendwie kam ich nicht so richtig drauf, wo ich lang musste. Also hab ich meine Ma angerufen, dass sie mich am Telefon navigieren kann. Ein Stück wet ging das auch ganz gut. Aber dann kamen wir an einen Punkt, an dem ich einen Weg gehen sollte, der garnicht da war. Oh Mann, das war richtig nervig. An den meisten Straßen in Bocholt gibt’s kein Straßenschild, das machte es mir sehr schwer mich am Telefon zu verständigen, wo ich dann war. Ich musste erstmal ziemlich lang durch die Gegend laufen, damit wir mich wieder orten konnten. Nachdem ich wahrscheinlich eine halbe Stunde Umwege gelaufen bin, kam ich endlich am Hotel an.

Dort musste ich mich erstmal anmelden. Die fragen einen da sogar nach dem Beruf des Ehepartners und solchem Zeug. Das hatte ich bisher wirklich noch nie. Aber das wird schon so passen. Dann wurde ich in mein Zimmer gebracht. Natürlich im dritten Stock. Und endlich hatte ich das erste mal an diesem Tag meine Ruhe. Der „Zustand“ des Zimmers, der sich preismindernd auswirken sollte, war zum Glück garnicht so wild. Ein paar kaputte Fußleisten und angebrochene Kacheln im Bad. Sonst war aber alles in Ordnung.

Auf dem Schreibtisch fand ich ganz viele Bocholt-Broschüren. So z.B. zwei verschiedene „Bocholt für Senioren“-Führer, einige über Wander- und Fahrradwege un dso weiter. Es gab sogar eine mit dem Titel „Bocholt in Zahlen und Fakten“ mit lauter Statistiken über Bocholt. Die ham’s ja ganz schön ernst genommen in Sachen Stadt-Marketing. Außerdem gab’s mehrere Falt-Karten, für soeine hätte ich noch vor ner knappen Stunde ne Menge Geld gezahlt. Auf der Karte erkannte man auch, warum es zwischen meiner Ma und mir zu ein paar  Missverständnissen gekommen ist. Die Straßen hier sind so verwinkelt und konfus, dass man es auf einerschematischen Karte wie auf Google-Maps garnicht darstellen kann. Also hab ich sofort die Karte eingepackt, dass ich da auch wieder wegfinde.

Doch da war ja immernoch mein Hunger, also zog ich los, um ein Restaurant zu suchen. Es gib eins das zu meinem Hotel gehört, allerdings ist mir das zu teuer. Direkt gegenüber gibt es ein griechisches Lokal, aber viel Konoblauch essen, wenn ich am nächsten Tag das erste Mal Luete aus meinem Studiengang treffe, ist vielleich nciht die beste Idee. Nachdem ich ein bischen gesucht habe, fand ich dann eine Pizzeria, die ganz nett aussah. Also bekam ich endlich meine erste richtige Mahlzeit des Tages.

Danch suchte ich nach dem Irish Pub, von dem ich im Internet  gelesen hatte. Aber das schien es nicht mehr zu geben, zumindest nicht an der Adresse, die ich hatte. Also bin ich noch ein bisschen Spazieren gegangen. Im Bocholter Kino hat mir kein Film so richtig zugesagt, daher bin ich gegen 10 Uhr zurück ins Hotel. Schließlich musste ich mich ja auch noch für meine erste Präsenzveranstaltung ausruhen.

It’s a long way to Bocholt

Nachdem ich morgens noch schnell gepackt habe, ging’s um 11 Uhr auch schon los zum Pasinger Bahnhof. Natürlich wurde es morgens doch knapper als ich gedacht habe. Deswegen konnte ich mir die Routen zum Hotel und Co. nicht mehr ausdrucken. Aber so wichtig ist sowas ja nicht. Irgendwie findet man ja doch immer hin.

Von Pasing aus geht’s mit dem ICE 518 los nach Duisburg. Da ich ja einen Platz reserviert hatte, konnte ich es mir direkt bequem machen. Meine ersten beiden Studienbriefe habe ich ja daheim schon einmel gelesen. Daher musste ich den Ordner „Kulturmanagement und Kulturpolitik“ mitnehmen, damit ich auch über das Wochenende ein bisschen weiterkomme. Mit ner Reisetasche und meiner Vaude-Tache bin ich schon ganz schön bepackt. Aber so hab ich unterwegs zumindest was zu tun.

Also fang ich mal an mir meinen Studienordner anzuschauen. Zunächst kommt da eine Einführung und Erklärung, wie der Ordner zu benutzen ist. Wie ich ja schon erzählt hab als der Ordner angekommen ist, wird einem nahegelegt, dass man ein Abo abschließen soll, dass der Ordner immer suf dem neuesten Stand bleibt. Hm, mal schaun, ob da überhaupt was sinnvolles drinsteht und man so ein Abo überhaupt will. Nach den Erklärungen kam eine Broschüre zum Thema „Erfolgreiche Pressearbeit“. Das Thema ist doch zum Anfang gar nicht so uninteressant.

Nachdem in meinem Großraumabteil lauter Kinder rumhüpfen, ist es nicht einfach  sich auf das zu konzentrieren, was man gerade liest. Somit geht alles ein bisschen langsamer. Ich probier’s mit Musik, aber wenn man die so laut aufdreht, dass man die anderen im Abteil nicht mehr hört, dann will man lieber zu Motörhead abgehen, als sich auf einen Text zu konzentrieren. Aber ein bisschen was schafft man dann trotzdem auf den fünf Stunden der Fahrt. Auch wenn eine Mutter neben mir es für eine gute Idee gehalten hat, ihren Kindern über drei Stunden em Stück vorzulesen. Da konnte man überhaupt nicht daran vorbeihören. Und das Buch war nichtmal gut! Irgendwann hat die ältere Tochter gefragt, ob sie nicht mal ne Pause vom Lesen machen kann. Gutes Kind!

Wenn’s mit den Studientexten nicht geklappt hat, dann hab ich das Buch „So veranstalten Sie ein Konzert“ von Christoph Klein weitergelsen. An dieser Stelle muss ich sofort jedem, der jetzt überlegt dieses Buch auch zu lesen, dringendst davon abraten. Das Buch ist wirklich unglaublich schlecht. Es erhebt für sich den Anspruch zu erklären, wie man sich als Veranstalter selbständig machen sollte. Die Informationen, die das Buch enthält sind aber an vielen Stellen lückenhaft oder sogar falsch. Also wirklich keine gute Sache. Die Zeit hätte ich mir wirklich sparen können.

Zumindest habe ich vor meiner Ankunft zwei Kapitel des Ordners geschafft (neben der Pressearbeitsache). Das ist nicht gerade viel, aber was soll’s. Man muss sich bei den einzelnen Beiträgen – jedes Kapitel besteht aus zwei bis drei Beiträgen – immer auf ein neues Thema einstellen und vor allem auf den Schreibstil eines neuen Autors. Da ist nicht so einfach, wie man denken könnte. Doch die Befürchtung hatte ich schon als ich den Ordner bekommen habe.

Aber dann war ich auch schon in Düsseldorf. Nach dem Aussteigen hab ich noch kurz auf meine Reiseunterlagen geschaut, auf welches Gleis ich muss. Mein nächste Zug geht nach Wesel. Komisch, dass auch auf diesem Gleis ein Regionalzug nach Wesel fährt. Hm, egal. Ich hatte eigentlich ganz schön Hunger, aber bei allen Ständen gab’s ne lange Schlange und so hab ich mich entscheiden, erstmal weiterzufahren und mich dann um was zu essen zu kümmern. Auf meinem Gleis angekommen, steht der Zug den ich brauchte nicht auf der Anzeigentafel, sondern was komplett anderes. Da musste ich glatt nochmal in die Unterlagen schaun. Das richtige Gleis war’s schon, aber … nicht der ricgtige Bahnhof. Wer ein bisschen aufgepasst hat, hat schon bemerkt, dass ich eigenltlich nach Duisburg wollte, aber in Düsseldorf ausgestiegen bin. So ein verdammter Scheiß. So dumm darf man doch eigentlich garnicht sein.

Zum Glück hab ich ja auf dem anderen Gleis einen Zug gesehen, der nach Wesel fährt. Also schnell zurückgesprintet und den Zug (für den ich kein Ticket hatte) noch erwischt. Der alte Bummelzug fuhr los und machte anschließend Halt in Duisburg. Vielleicht war es sogar genau der den ich ursprünglich bekommen wollte. Abr das hätte ja auch wesentlich weniger stressig ablaufen können. Aber zumindest ist alles nochmal gut gegangen und ich kam rechtzeitig in Wesel an. Ich musste noch ne halbe Stunde warten, aber dort gab’s natürlich auch nix zu essen. Wesel ist wie erwartet eine richtige Weltmetropole. Vom Bahnhof aus zumindest, hat man nicht mal ne kleine Stadt gesehen, sondern nur ein paar vereinzelte Häuser, aber zum Glück wollte ich hier ja auch garnicht bleiben.

Nach einer halben Stunde Fahrt in einer ziemlich neuen Regionalbahn kam ich endlich in Bocholt an. Mittlerweile war es ungefähr halb 8 und ich war wirlich müde.

Wo zur Hölle ist Bocholt?

Heute finde ich etwas in meinem E-Mail-Posteingang, dass mein ganzes bisheriges Termin-Problem lösen könnte. Die Mail kommt von Fr. Horbach von meiner Hochschule und hat den Betreff: „KMM: freie Plätze Kompakt in Bocholt“. Ausgezeichnet, bei dieser Veranstaltung am 10. Oktober sind noch Plätze frei, obwohl die Anmeldefrist bereits abgelaufen ist. Das ist ja wunderbar. Ich muss meine Einführungsveranstaltung also doch nicht auf das Ende des Semesters verlegen.

Aber da stellt sich mir doch eine relativ entscheidende Frage: Wo zur Hölle ist denn dieses Bocholt? Also schnell Google Maps befragen. Da zeigt sich einem, wenn man nach Bocholt sucht erstmal… nicht viel. Keine größere Stadt in unmittelbarer Nähe. Bocholt liegt nördlich des Ruhrgebiets ziemlich nahe der niederländischen Grenze. München – Bocholt: 683 km – ca. 6 Stunden, 8 Minuten !

Hm, nicht gerade der nächste Weg. Die großen Metropolen wie Essen und Dortmund liegen wiederum alle mehr als eine Stunde von Bocholt entfernt. Ein Flug scheidet daher auch aus, da ich anschließend doch wieder mim Zug rumgondeln müsste. Daher suche ich nach einer anständigen Zugverbindung. Man muss bei allen Verbindungen mindestens 2-mal umsteigen und es dauert mindestens 7 ½ Stunden.

Da würde ich lieber mit dem Auto fahren, aber allein lohnt sich das nicht ganz und über sechs Stunden am Stück fahren ist auch kein Spaß. Man schaun, vielleicht findet sich ja auch wer, der mitfahren möchte. Bei der Mitfahrzentrale findet sich auch nichts. Außer ein Kerl, der seine Universal-Bahn-Tickets verkaufen will. Ich glaube, da gibt es mittlerweile schon gar keine normalen Inserate mehr.

Wenigstens finde ich noch etwas tolles an Bocholt: Es liegt in der Nähe von Gronau! „Oh, toll. Noch ein Ort, den kein Mensch kennt.“ werden sich die meisten jetzt denken. Aber in Gronau gibt es doch was Tolles: Das Rock- und Pop-Museum (www.rock-popmuseum.de)! Da will ich schon seit längerem gern mal hin, aber wann kommt man schon in die Nähe von Gronau? Ich nächste Woche. Also schon mal was worauf ich mich freuen kann. So sehe ich doch noch die „On the Road“-Ausstellung, die es bis Januar im Museum zu sehen gibt.

Auf der Internet-Seite von Bocholt hab ich herausgefunden, dass es dort ein Irish-Pud gibt, den Keltic Corner. Also sogar noch was Positives an Bocholt selber. Allerdings habe ich noch keine günstige Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Es git keine Jugendherberge in der Nähe und die Hotels liegen in eher gehobenen Preisklassen. Aber das wird sich schon noch irgendwie ergeben.

Jetzt muss ich nur noch meine Teilnahme bestätigen und meiner Reise ins wunderbare Bocholt steht nichts mehr im Wege.

Sooo viele Workshops

Zumindest hab ich heute eine Internet-Seite gefunden, die mir auf Dauer weiterhelfen könnte. Auf der Internet-Präsenz des Deutschen Musikrates findet man eine Übersicht an unzähligen Workshops, Kursen und Veranstaltungen im Musikbereich (www.miz.org/kurse-kongresse.html). Wunderbar, ich liebe solche Seiten. Allerdings versumpfe ich da auch dementsprechend lange und freue mich über tolle Kurse, nur um dann zu merken, dass ich dafür bis nach Bonn fahren müsste. Aber vielleicht finde ich ja mal was in der Nähe.

Die „Montagsseminare“ des Popbüros in Stuttgart (www.popbuero.de) sind z.B. echt viel versprechend. Liegen allerdings auch nicht direkt vor meiner Haustüre. Aber vielleicht ergibt es sich ja doch mal, dass ich eins davon besuche. Die Themen wie z.B. Grundlagen der Versammlungsstättenverordnung sind echt interessant und könnten mir im Studium durchaus weiterhelfen.

Als ich was vom „Bachelor-Studiengang Musikmanagement/Musikproduktion“ lese, bin ich erstmal erstaunt. Sowas muss ich mir ja dann doch mal anschauen, um herauszufinden, ob es einen Studiengang gibt, der für mich besser gepasst hätte und das auch noch in Stuttgart. Doch auf der Internet-Seite der Media Akademie findet man auf der entsprechenden Seite schnell die Kosten für den privaten Studiengang (www.media-gmbh.de/345.0.html) nämlich über 20.000€. Puh, Entwarnung. Ist also doch nichts für mich.

Aber die Seite muss man sich auf jeden Fall melden. Ich hoffe, dass sie mir den einen oder anderen Fund in Sachen Workshops bereitet.

Urlaub und diese elende Warterei

Also erstmal kam der Urlaub. Ein ausgezeichneter Urlaub übrigens. Wer sich selber überzeugen möchte kann gern mal auf dem eigens eingerichteten Blog für unsere Hongkong-Reise vorbeischauen. www.hongkongbarefoot.com

Nach meiner Rückkehr zehn Tage später war ich natürlich sehr gespannt, ob schon eine Nachricht von den KMM-Leuten gekommen war. Als ich mich telefonisch bei Herrn Klopp informiert habe, wie lang das denn so dauert, bekam ich die Auskunft, dass normalerweise etwa sechs Wochen für die Benachrichtigung angesetzt seinen, aber man für gewöhnlich nach ein bis zwei Wochen Bescheid bekomme. Also wäre es ja schon möglich gewesen, dass am 21. August schon was bekomme.

Allerdings war dem nicht so. Lediglich eine E-Mail hatte mir Frau Horbach von der Hochschule am 18. August geschickt. Diese bestätigte den Eingang meiner Unterlagen und den Bescheid, ob ich angenommen bin, sollte ich in 4-6 Wochen erhalten. Das war nicht ganz worauf ich gehofft hatte. Immerhin wollte ich so schnell wie möglich mit meinem Studium beginnen oder anfangen mir alternativ ein gutes Praktikum zu suchen, falls ich nicht angenommen werde.

Aber was soll’s. Ändern kann man ja eh nichts daran, wenn sie sich Zeit lassen und so hab ich halt noch ein bisschen Ferien bevor es dann mit meinem Studium losgeht.