Nachdem ich morgens noch schnell gepackt habe, ging’s um 11 Uhr auch schon los zum Pasinger Bahnhof. Natürlich wurde es morgens doch knapper als ich gedacht habe. Deswegen konnte ich mir die Routen zum Hotel und Co. nicht mehr ausdrucken. Aber so wichtig ist sowas ja nicht. Irgendwie findet man ja doch immer hin.
Von Pasing aus geht’s mit dem ICE 518 los nach Duisburg. Da ich ja einen Platz reserviert hatte, konnte ich es mir direkt bequem machen. Meine ersten beiden Studienbriefe habe ich ja daheim schon einmel gelesen. Daher musste ich den Ordner „Kulturmanagement und Kulturpolitik“ mitnehmen, damit ich auch über das Wochenende ein bisschen weiterkomme. Mit ner Reisetasche und meiner Vaude-Tache bin ich schon ganz schön bepackt. Aber so hab ich unterwegs zumindest was zu tun.
Also fang ich mal an mir meinen Studienordner anzuschauen. Zunächst kommt da eine Einführung und Erklärung, wie der Ordner zu benutzen ist. Wie ich ja schon erzählt hab als der Ordner angekommen ist, wird einem nahegelegt, dass man ein Abo abschließen soll, dass der Ordner immer suf dem neuesten Stand bleibt. Hm, mal schaun, ob da überhaupt was sinnvolles drinsteht und man so ein Abo überhaupt will. Nach den Erklärungen kam eine Broschüre zum Thema „Erfolgreiche Pressearbeit“. Das Thema ist doch zum Anfang gar nicht so uninteressant.
Nachdem in meinem Großraumabteil lauter Kinder rumhüpfen, ist es nicht einfach sich auf das zu konzentrieren, was man gerade liest. Somit geht alles ein bisschen langsamer. Ich probier’s mit Musik, aber wenn man die so laut aufdreht, dass man die anderen im Abteil nicht mehr hört, dann will man lieber zu Motörhead abgehen, als sich auf einen Text zu konzentrieren. Aber ein bisschen was schafft man dann trotzdem auf den fünf Stunden der Fahrt. Auch wenn eine Mutter neben mir es für eine gute Idee gehalten hat, ihren Kindern über drei Stunden em Stück vorzulesen. Da konnte man überhaupt nicht daran vorbeihören. Und das Buch war nichtmal gut! Irgendwann hat die ältere Tochter gefragt, ob sie nicht mal ne Pause vom Lesen machen kann. Gutes Kind!
Wenn’s mit den Studientexten nicht geklappt hat, dann hab ich das Buch „So veranstalten Sie ein Konzert“ von Christoph Klein weitergelsen. An dieser Stelle muss ich sofort jedem, der jetzt überlegt dieses Buch auch zu lesen, dringendst davon abraten. Das Buch ist wirklich unglaublich schlecht. Es erhebt für sich den Anspruch zu erklären, wie man sich als Veranstalter selbständig machen sollte. Die Informationen, die das Buch enthält sind aber an vielen Stellen lückenhaft oder sogar falsch. Also wirklich keine gute Sache. Die Zeit hätte ich mir wirklich sparen können.
Zumindest habe ich vor meiner Ankunft zwei Kapitel des Ordners geschafft (neben der Pressearbeitsache). Das ist nicht gerade viel, aber was soll’s. Man muss sich bei den einzelnen Beiträgen – jedes Kapitel besteht aus zwei bis drei Beiträgen – immer auf ein neues Thema einstellen und vor allem auf den Schreibstil eines neuen Autors. Da ist nicht so einfach, wie man denken könnte. Doch die Befürchtung hatte ich schon als ich den Ordner bekommen habe.
Aber dann war ich auch schon in Düsseldorf. Nach dem Aussteigen hab ich noch kurz auf meine Reiseunterlagen geschaut, auf welches Gleis ich muss. Mein nächste Zug geht nach Wesel. Komisch, dass auch auf diesem Gleis ein Regionalzug nach Wesel fährt. Hm, egal. Ich hatte eigentlich ganz schön Hunger, aber bei allen Ständen gab’s ne lange Schlange und so hab ich mich entscheiden, erstmal weiterzufahren und mich dann um was zu essen zu kümmern. Auf meinem Gleis angekommen, steht der Zug den ich brauchte nicht auf der Anzeigentafel, sondern was komplett anderes. Da musste ich glatt nochmal in die Unterlagen schaun. Das richtige Gleis war’s schon, aber … nicht der ricgtige Bahnhof. Wer ein bisschen aufgepasst hat, hat schon bemerkt, dass ich eigenltlich nach Duisburg wollte, aber in Düsseldorf ausgestiegen bin. So ein verdammter Scheiß. So dumm darf man doch eigentlich garnicht sein.
Zum Glück hab ich ja auf dem anderen Gleis einen Zug gesehen, der nach Wesel fährt. Also schnell zurückgesprintet und den Zug (für den ich kein Ticket hatte) noch erwischt. Der alte Bummelzug fuhr los und machte anschließend Halt in Duisburg. Vielleicht war es sogar genau der den ich ursprünglich bekommen wollte. Abr das hätte ja auch wesentlich weniger stressig ablaufen können. Aber zumindest ist alles nochmal gut gegangen und ich kam rechtzeitig in Wesel an. Ich musste noch ne halbe Stunde warten, aber dort gab’s natürlich auch nix zu essen. Wesel ist wie erwartet eine richtige Weltmetropole. Vom Bahnhof aus zumindest, hat man nicht mal ne kleine Stadt gesehen, sondern nur ein paar vereinzelte Häuser, aber zum Glück wollte ich hier ja auch garnicht bleiben.
Nach einer halben Stunde Fahrt in einer ziemlich neuen Regionalbahn kam ich endlich in Bocholt an. Mittlerweile war es ungefähr halb 8 und ich war wirlich müde.